#Meinungstheater: Der Junge muss an die frische Luft

von | 15.06.2022 | Filme, Filmtheater, Meinungstheater

Das #Meinungstheater Mai dreht sich um „Der Junge muss an die frische Luft“, die Verfilmung der Autobiografie von Hape Kerkeling. Büchertänzerin Michelle-Denise, Satzhüterin Pia, Zeichensetzerin Alexa und Wortspieler Nico haben den Film angeschaut und sich ihre jeweils eigene Meinung gebildet.

Büchertänzerin Michelle-Denise: „Der Junge muss an die frische Luft“ ist die Verfilmung von Hape Kerkelings Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft. Meine Kindheit und ich“ von 2014. Als der Film 2018 in die Kinos kam, habe ich ihn das erste Mal gesehen und seitdem immer mal wieder mit Familie und Freunden. Doch warum? Erzählt wird die Geschichte vom 8-jährigen Hape, der bereits in jungen Jahren schwere Schicksalsschläge durchleben muss. Er hat kein leichtes Leben, aber er versucht immer alles zum Guten zu wenden und seinem Umfeld ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Julius Weckauf verkörpert den jungen Hape wirklich grandios. Ich habe mit ihm geweint, mitgefiebert und gelacht. Ein berührender Film, der die Tragik und Schönheit des Lebens zeigt und seinen Zauber auch nach mehrmaligem Schauen nicht verliert.

Satzhüterin Pia: Ich habe „Der Junge muss an die frische Luft“ damals im Kino gesehen und ihn für das #Meinungstheater ein zweites Mal geguckt. Beide Male hat mich der Film komplett mitgerissen. Ich habe gelacht und geweint, mitgefiebert und -gelitten. Julius Weckauf ist ein fantastischer junger Hans-Peter Kerkeling, den man kaum besser hätte treffen können. Es ist mitreißend und amüsant und gleichermaßen schrecklich, wie der Junge mit aller Macht versucht, seine Umgebung (und besonders seine Mutter) zum Lachen zu bringen. Aber auch abseits des Inhalts ist der Film gut gemacht. Man taucht als Zuschauer:in direkt in diese 70er-Jahre-Welt und in die bunte, laute und herzliche Familie Kerkeling ein. „Der Junge muss an die frische Luft“ ist ein Film, den ich einfach sehr empfehlen kann und möchte.

Zeichensetzerin Alexa: „Der Junge muss an die frische Luft“ hätte ich vermutlich nicht geschaut, wenn der Film nicht fürs #Meinungstheater gelost worden wäre. Weder Titel noch Inhalt haben mich angesprochen. Aber ich wurde positiv überrascht! Sehr gelungen finde ich, wie hier die Personen vorgestellt werden. Im Laufe des Films lernt man sie so gut kennen, dass der Verlust der Oma und der Mutter besonders nahe geht. Ich konnte direkt mitfühlen, wie es Hans-Peter gehen muss, und seine Trauer und Wut absolut nachempfinden. Der Film war für mich eine emotionale Reise, auf der ich mitlachen und mitweinen konnte. Die Mischung aus witzigen Szenen, in denen sich Hans-Peter verkleidet, verschiedene Menschen nachahmt und damit andere zum Lachen bringt, und den traurigen Ereignissen, macht den Film lebendig und abwechslungsreich. Ich habe ihn mir sehr gerne angesehen und hätte noch weiterschauen können. Das Ende kam für mich dann etwas zu schnell.

Wortspieler Nico: Der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ wurde mir von vielen Seiten immer wieder ans Herz gelegt. Doch habe ich mich bisher nie dazu durchringen können, ihn zu schauen. Dies hat sich nun mit dem #Meinungstheater geändert – und ich muss sagen, ich bin froh, mir diesen Film nun endlich angeschaut zu haben.
„Der Junge muss an die frische Luft“ hat schöne komödiantische Einlagen, an denen man schon die ein oder andere Inspiration zu einer den späteren Rollen aus Hapes Verkleidungskiste erkennt. Genauso sind aber auch viele Momente der Rührseligkeit und Trauer enthalten, das Ableben der Großmutter und Mutter treiben einem schon ein wenig die Tränen in die Augen. Es ist eine sehr gesunde Mischung von beidem, was den Film zu einem kurzweiligen Erlebnis macht.
Und wir können uns alle eine Lektion von Oma Änne merken, die sie dem kleinen Hans-Peter lehrt: „Wenn de weißt, was de willst, dann mach et einfach und kümmer dich nicht darum, wat de Leute sagen.“

Der Junge muss an die frische Luft. Regie: Caroline Link. Drehbuch: Ruth Toma. Mit Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring u.a. Deutschland. 2018. FSK 6.

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