Eine erschreckende Vorstellung, die zur Realität gemacht werden soll

von | 31.10.2026 | #Todesstadt, Buchpranger, Graphic Novels, Comics, Manga

Auf der Leipziger Buchmesse 2025 trafen Tintentrinker Calem und Buchspielerin Vanessa auf den Yomeru Verlag und beschlossen, sich den auf Deutsch neu erschienenen Manga „Mein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden“ mitzunehmen. Mit dem, was sie beim Lesen erwartet hat, haben sie nicht gerechnet.

Haruto Higashiyama nimmt in dem japanischen Comic von Usamaru Furuya eine Lehrstelle an einer neuen Schule an. Nicht ohne Hintergedanken, denn es ist sein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden. Auch Maho Sasaki trägt ein dunkles Geheimnis mit sich, und ausgerechnet sie ist die Schülerin, die Haruto für seine Fantasien ausgewählt hat.

Aoi Kosugi, Mahos beste Freundin, empfindet den neuen Lehrer direkt als merkwürdig und behält ihn im Auge. Sie kann jedoch nicht verhindern, dass ihre Freundin sich immer mehr zu dem neuen Lehrer hingezogen fühlt. Aufgrund dessen beschließt Maho, mit der neuen Therapeutin Satsuki Fukagawa zu sprechen. Sie ist nicht durch Zufall an eben dieser Oberschule. Als ein Teil von Harutos Vergangenheit fielen ihr schon damals Unstimmigkeiten an seinem Verhalten auf und sie bekam ihn nie aus dem Kopf. Haruto möchte nicht, dass seine Fantasie eine Fantasie bleibt. Maho kann also jede Hilfe gut gebrauchen.

Kleine Mängel zwischen Horror und Thriller

„Mein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden“ umfasst sowohl im japanischen Original als auch im Deutschen zwei Bücher mit jeweils 240 Seiten. Genrekonform bewegt sich die Manga-Dilogie zwischen Horror und Thriller. Der Verlag gibt zusätzlich noch Drama und Psychological an und empfiehlt die Erzählung ab 16 Jahren.

Das Buch hat bei uns beiden einen positiven ersten Eindruck hinterlassen, da uns grade der Art-Style sehr angesprochen hat. Zudem konnte uns der Klappentext überzeugen. Die Gestaltung des Mangas verstärkt den Ersteindruck: Die Schriftgröße in den Sprechblasen war angenehm und der Seitenaufbau übersichtlich. Die Illustrationen sind in Schwarz-Weiß gehalten und sehr detailliert gezeichnet. Zudem besitzen einige Kapitel seitengroße, in Graustufen und sehr realistisch gehaltene Illustrationen. Schlussendlich konnte uns die im Klappentext angeteaserte Storyline gerade durch die unerwarteten Plotttwists überzeugen. Dafür, dass das Buch in das Genre Horror eingeordnet wird, fanden wir es jedoch zu sanft, weswegen wir es eher als Thriller bezeichnen würden.

Neben der spannenden Handlung wirkten jedoch die Figuren sehr flach. Sie hatten alle eine eigene Eigenschaft, die sie ausmachte – allerdings blieb es auch bei dieser einen. Zusätzlich gab es Passagen, die uns verwirrt haben. So arbeitet der Manga zum Beispiel mit Zeitangaben, um aufzuzeigen, welcher Tag gerade für die Figuren ist. Leider gibt es die ein oder andere Stelle, an der es so wirkte, als wäre die Angabe falsch. So entstanden Zeitsprünge, die keinen Sinn machten. Auch der „Prolog“ passt nicht in den zeitlichen Ablauf.

Spannung bis zum letzten Satz

Trotz kleiner Kritikpunkte blieb der Manga für uns ein Pageturner. Wie fieberte mit den Figuren mit und waren vor allem sehr gespannt darauf, endlich Mahos Geheimnis zu erfahren. Für Spannung war kontinuierlich gesorgt und es gab keine Filler-Kapitel. Jeder Abschnitt trug seinen Beitrag zur Story bei. Das gemeinsame Lesen des Mangas hat uns viel Spaß gemacht.

„Mein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden“ ist eine Empfehlung für alle, die sich für Mangas im Genre Horror/Thriller interessieren und Lust auf eine außergewöhnliche Geschichte haben.

  • Mein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden 01. Usamaru Furuya. Aus dem Japanischen von Dorothea Gielge. Yomeru. 2025.
  • Mein Wunsch, von einer Oberschülerin getötet zu werden 02. Usamaru Furuya. Aus dem Japanischen von Dorothea Gielge. Yomeru. 2025.
Vanessa Born

Vanessa Born

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