Bücherfans können heutzutage aus einer großen Sammlung an Apps zum Tracken von Lesefortschritten, dem Lektüre-Austausch mit anderen Lesenden oder einfach dem Katalogisieren von gelesenen oder gekauften Büchern auswählen. Auch im Bücherstadt-Team wurden schon Apps getestet – Satzhüterin Pia und Bücherstädterin Vanessa stellen euch ihre Lieblinge vor.
„READO“
Auf „READO“ bin ich zu den Anfängen meiner Bloggerzeit gestoßen. Ich habe noch nie etwas von Tracking-Apps gehalten, da diese bei mir immer enormen Druck ausgelöst haben, aber „READO“ wollte ich trotzdem ausprobieren. Ich nutze diese App bereits seit August 2022 aktiv.
Früher habe ich meine Tracking-Apps immer über den Browser genutzt, was für mich unfassbar kompliziert war, weswegen ich schnell die Finger davon ließ. Bei „READO“ habe ich direkt die App benutzt und war begeistert davon, wie simpel es ist, die Bücher einzutragen. Ob man nun den Barcode mit der Kamera scannt oder das Buch über die Suchfunktion sucht. Durch Eingabe der ISBN war bis jetzt jedes Buch für mich ohne Probleme zu finden. Gerade für Self-Publishing-Bücher eine großartige Sache, denn bei diesen gibt es oft Probleme bei der Auffindbarkeit. Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich, dass man Collegeblöcke hinzufügen kann. Hierin kann man beispielsweise unveröffentlichte Bücher tracken. Eine tolle Funktion, wenn man Autor*innen schon vorab Feedback gibt. So kann man diese Bücher ebenfalls tracken. Auch hier lässt sich die Seitenzahl flexibel einstellen, um den Lesefortschritt im Auge zu behalten.
Neben dem Lesefortschritt lässt sich zudem der Hörfortschritt bei Hörbüchern tracken. Außerdem können flexible Leseziele eingestellt werden. Meins liegt zum Beispiel bei 26 Büchern für dieses Jahr – eine spezifische Seitenzahl habe ich nicht eingestellt. Bei diesen Zielen wird auch angezeigt, wie viele Bücher oder Seiten man dem Ziel hinterher ist.
Neben den bereits genannten Optionen hat mich auch die „BuddyReads“-Funktion begeistert. Über diese kann man ein Buch auswählen und entscheiden, ob man dieses privat oder öffentlich zusammen mit anderen lesen möchte. Zusätzlich kann man ein Start- und Enddatum auswählen. Das Buch lässt sich in Abschnitte teilen und je nach eigenem Fortschritt kann ein Kommentar hinterlassen werden. Dieser wird den anderen Leser*innen erst angezeigt, wenn auch sie diesen Fortschritt erreicht haben. Dadurch lässt sich so mancher Spoiler vermeiden. Als Ergänzung dazu gibt es auf den Buchseiten selbst die sogenannten „SocialReads“. Auch hier können Kommentare hinterlassen werden, die von allen mit Erreichen dieses Fortschritts gelesen werden können.
Mit der Zeit hat sich die App immer mehr verändert. Mittlerweile gibt es auch eine Premium-Version, welche detailliertere Statistiken, präzisere Lese- und Hörziele und generell mehr Personalisierungsmöglichkeiten liefert. Die Grundfunktionen bleiben davon allerdings unberührt.
„READO“ wird definitiv noch längere Zeit meine Go-to-Tracking-App bleiben. (bv)
„Bookmory“
Wortspieler Nico und ich haben vor eineinhalb Jahren nach einer App gesucht, in der wir einfach und niedrigschwellig Lesezeiten und gelesene Bücher dokumentieren können. „Goodreads“ oder „LovelyBooks“ waren uns hier zu sehr auf Buch-Communities ausgelegt, wir wollten nur für uns im kleinen Rahmen etwas finden: Mit „Bookmory“ haben wir seither einen verlässlichen Tracker im Gebrauch, der genau das kann: Bücher erfassen, Leseziele eintragen, Notizen machen oder Statistiken anschauen. Die App funktioniert in der kostenlosen Version bereits wunderbar. Als Bezahlversion gibt es noch ein paar Goodies wie anpassbare Farben oder umfangreichere Statistiken obendrauf.
„Bookmory“ ist eher schlicht gestaltet und sehr intuitiv zu bedienen – und genau das überzeugt uns hier. Via Barcode lassen sich Bücher hinzufügen (man kann sie aber auch selbst anlegen), sehr einfach Daten anpassen, Leseziele einrichten oder Benachrichtigungen verwalten. Dabei kann man auch das Format eintragen (Taschenbuch, gebundene Ausgabe, E-Book oder Hörbuch) und entscheiden, wie der Fortschritt angezeigt wird (in Prozent oder gelesene Buchseiten). Mit nur einem Klick kann man den Lesetimer starten und beenden, die aktuelle Seitenzahl eintragen und Fortschritte sehen. Man kann Bücher für späteres Lesen hinzufügen, so den SuB somit im Blick behalten und schnell das nächste Buch auswählen. Außerdem lässt sich die eigene wachsende Bibliothek über Tags und Kategorien sortieren – so behalte ich beispielsweise im Blick, wie viele Autorinnen ich lese oder was private Lektüren und was Rezensionsexemplare waren.
Wer jeden Tag liest – und seien es nur fünf Minuten –, kann sich über die länger werdende Lese-Serie freuen. Abgeschlossene Bücher feiert die App mit jeder Menge Konfetti und in der Monatsansicht kann man schön sehen, welches Buch man wann gelesen hat, weil hier die kleinen Cover in einer Kalenderansicht gezeigt werden. Sobald man ein Buch beendet hat, kann man sein Fazit als Kommentar hinzufügen und so kurz und niedrigschwellig ein paar Gedanken zum Buch reflektieren. Natürlich gibt es auch hier die klassische Sternebewertung, davon bin ich lediglich kein großer Fan. Also sehe ich es locker und bewerte aus dem Gefühl heraus, ob ich ein Buch schlecht, okay oder richtig gut fand. Und am Ende kann das auch helfen, dass ich mich schneller daran erinnere, wie ich den Titel fand.
„Bookmory“ hat uns geholfen, eine Routine zu etablieren, und das mit Erfolg: In 2025 haben wir kaum eine Handvoll Tage nicht gelesen und behalten die gelesenen Bücher besser im Gedächtnis. Durch den Lesetimer ist die Lesezeit im Fokus, das Handy bleibt weg und man ist nur bei seinem Buch. Können wir sehr empfehlen! (sp)
Offline-Lösungen: „Buch der Bücher“
Nein, hierbei handelt es sich um keine App, sondern um ein manuell gestaltetes Büchlein, das ich seit ein paar Jahren führe. Für jedes Jahr zeichne ich mir ein Bücherregal, in das ich die Titel auf die Buchrücken schreibe und farblich markiere, ob es ein Buch, Hörbuch, Kinderbuch oder eine Graphic Novel ist. Gelesene Tage markiere ich in einer Art Habit-Tracker und einige Bücher trage ich mit Titel und Cover, einer Kurzmeinung und dem Datum, wann ich es beendet habe, auf einer halben Seite im Buch ein. Während ich „Bookmory“ täglich nutze, ist das „Buch der Bücher“ eher eine Art Buchjournal, das ich auch optisch gestalte und oft nur alle paar Monate zur Hand nehme und nur bearbeite, wenn ich Lust darauf habe. Ich trage auch nicht unbedingt jedes Buch in die Kurzmeinungs-Übersicht ein, sondern schaue mehr, bei welchem Buch ich das machen möchte. Auch Statistiken finden hier keinen Platz, daher ergänzt es sich für mich wunderbar mit „Bookmory“, wo ich all das ohne Aufwand bekomme, während ich im „Buch der Bücher“ eher meditativ mein Hobby Bücher & Lesen auslebe. (sp)
„Buch Club“ – Buchjournal von Lebenskompass
Irgendwann möchte ich auch gerne das Buchjournal „Buch Club“ vom Lebenskompass testen, das sich seit ein paar Monaten bereits in meinem Regal befindet. Hier kann man sich sehr ausgiebig austoben, Achtsamkeitsübungen machen, sein Bücherregal füllen, aber auch Buchverfilmungen eintragen, Lieblingszitate sammeln, das Buch des Jahres küren und ungefähr eine Million weitere Dinge machen. Da sich das zeitintensiver gestalten dürfte als das einfache Tracken mit „Bookmory“ oder das sparsame Füllen meines „Buchs der Bücher“ habe ich mich noch nicht rangetraut. Da ich inzwischen aber Übung im Tracking habe und auch schon eine Routine für Lesezeiten etablieren konnte, ist das vielleicht nächstes Jahr mal dran! (sp)
Falls ihr mit dem „Buch Club“-Buch Erfahrungen gesammelt habt oder weitere Apps oder Tools rund um Bücher und ums Lesen nutzt und empfehlen könnt, freuen wir uns sehr über eure Tipps in den Kommentaren!
- Reado. Lesetracker-App. Entwickler: Michael Pomogajko u. a., Frankfurt am Main, Deutschland.
- Bookmory. Lesetracker-App. Entwickler: Dong Su Mun (TonySoft), Seoul, Südkorea.
- Buch Club. Mein Buchjournal. Lebenkompass.




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