Kafkas Werke sind verrückt, unvorhersehbar, teils düster und erschreckend. Ein Hauch von rätselhafter Bedrohung, einem Alptraum gleich, der keiner Logik folgt. Neben zahlreichen Erzählungen schrieb er „Der Process“, „Der Verschollene“ und „Das Schloss“, drei Romane, die unvollendet blieben. Letzterer ist 2013 als Graphic Novel im Knesebeck-Verlag erschienen.

Umringt von Regalen voller Pergamentrollen, Schriftstücken und Büchern wandert ihr durch den erstaunlichen Stadtteil des Buchprangers. Zum Stöbern und Verweilen laden sie ein, die Plätze und Nischen rund um die wertvollen Stücke, die in liebevoller Arbeit gesammelt wurden. Am Buchpranger seht ihr Texte, die auf ihr Urteil gewartet haben …
Plötzlich Ungeziefer
Eigentlich wollte Herr Kafka nicht, dass wir seine Werke zu Gesicht bekommen. Sein letzter Wunsch: all sein Werk sollte vernichtet werden. Nur dachte sein Freund nicht daran und veröffentlichte es. Noch zu Lebzeiten erschien „Die Verwandlung“.
Oh, Kaffee!
Oh, Kaffee, du göttliches Getränk! Mit deinen Aromen verzauberst du die ganze Welt. Nur zu verständlich. Auch ich gehöre zu denjenigen, die den Tag nicht ohne eine Tasse Kaffee beginnen wollen. Kein Wunder also, dass Diego Galdinos „Der erste Kaffee am Morgen“ meine Aufmerksamkeit weckte.
Die Würde der Verstorbenen
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Selbst im Tod. Kai Weyland erzählt in „Applaus für Bronikowski“ gefühlvoll von Leben und Tod, der Macht der Wörter und davon wie wichtig es ist, nicht die Phantasie zu verlieren.
Deutscher Buchpreis 2015 – Die Shortlist
Der Deutsche Buchpreis sorgt jedes Jahr aufs Neue für Diskussionen – und das ist gut so! Denn Literatur lebt davon, dass man über sie spricht, sie auseinanderpflückt und wieder zusammensetzt. Nun also auch die Shortlist.
Die Jugend von heute, das Fangirl und die Superheldin
Nachdem Buchstaplerin Maike begeistert den ersten Sammelband über Marvels erste muslimische Heldin verschlungen hat, hängt sie Ms. Marvel am Haken – oder eher an den Gummiarmen? „Generation Fragezeichen“ kommt gewohnt witzig und selbstironisch daher und stellt ganz locker sehr ernste Fragen.
Der Liebende von Abschweifungen
Eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis weckt gewisse Erwartungen: wundervolle Sprache, eine bewegende, grandios erzählte Handlung, gut vermittelte philosophische Erkenntnisse über Leben, Tod und allem, was dazwischen liegt. Vielleicht hat Zeilenschwimmerin Ronja das Falsche erwartet. „Die Liebenden von Mantua“ wird dem nämlich nicht gerecht.
Brauchtum und der Wandel der Zeit
Ein Land, das noch in seiner Tradition verhaftet ist, aber nach Neuerungen strebt, ist im Umbruch. Was aber, wenn der Umbruch herbei geführt wird, wenn dies gar nicht erwünscht ist? Galsan Tschinag, der Autor von „Gold und Staub“, entführt den Leser mit bildgewaltigen und intensiv-persönlichen Worten ins Herz der Mongolei.
Sabrina Qunaj
Zwischenzeilenverstecker Marco begibt sich mit Autorin Sabrina Qunaj auf eine Reise durch Familienchaos und Kreativität bis ins historische Wales, um Antworten auf die folgenden Fragen zu finden…
Solide Fantasy mit schalem Beigeschmack
In „Klingenfieber“, aus der Feder von Tobias O. Meißner, dreht sich alles um Erenis. Sie zieht von Dorf zu Dorf, um sich dort mit den Stärksten der jeweiligen Ortschaft zu messen. So kommt auch der junge Stenrei in den Genuss, Erenis kennenzulernen…
Kleiner großer Henry
Stellt euch vor, ihr werdet rund um die Uhr von vier liebevollen und fürsorglichen Personen verwöhnt. Hört sich doch gut an, oder? Aber nicht für Henry…
Wer verrät wen?
Die Geschichte um die Greatcoats wird fortgesetzt: Mit „Hochverrat“ schließt Sebastian de Castell an das vorige Werk „Blutrecht“ an. Hauptfigur ist wieder der Greatcoat Falcio val Mond, der von seinen getreuen Freunden begleitet wird.
Traumvolle Nächte
Wenn Kinder von ihren Träumen erzählen, hört sich das viel phantasievoller als bei Erwachsenen an. Da ist von Tieren und bunten Fabelwesen die Rede. Laurent Moreau hat sich in seinem neuen Bilderbuch „Eine Nacht voller Träume“ künstlerisch mit dem Thema auseinandergesetzt.
Eine verrückte Reise durch die USA
Der Film „Margos Spuren“, im Original „Paper Towns“, erschien Ende Juli in den USA und läuft nun auch in Deutschland erfolgreich. Bücherstädterin Annika hat sich mit Buch und Film auf eine verrückte Reise durch die USA und das Leben gemacht.
Glitzerstaub für Wörterakrobaten
Die Illustrationen von Valeria Docampo sind traumhaft: seien es welche aus der großen Wörterfabrik oder dem Garten der Pusteblumen – farbenfrohe, weich gestaltete Bilder lassen einen die Zeit vergessen. Diesmal erzählt ein blauer Bär von seinen Träumen und zeigt uns die Vielfältigkeit der Sprache.
Martin Kordić
Wortklauberin Erika hat sich mit Martin Kordićs Roman „Wie ich mir das Glück vorstelle“ auf die Suche nach dem Glück begeben – und dem Autor dabei einige Fragen gestellt.
Die Vorstellung von Glück
Schlägt man „Wie ich mir das Glück vorstelle“ auf, stellt man sich als Leser unwillkürlich selbst die Frage: Wie stelle ich mir das Glück vor? Martin Kordić verweigert die Antwort auf diese Frage und überlässt es der eigenen Fantasie.
„Spielst du auf deinem Spielplatz?“
Ich gebe zu, anfangs sehr skeptisch gewesen zu sein, nicht zuletzt wegen des Untertitels „Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst“. Aber ein Blick ins Buch gab mir das Gefühl, dass es sich hierbei um eine kurzweilige Urlaubslektüre handeln könnte.
Sprachliche Skizzen
Scheuermanns Stil ist – wie der Titel bereits andeutet – vergleichbar mit skizzenhaften Eindrücken, Gefühlen, Darstellungen. Die Autorin zeigt damit, dass Details nicht zwingend notwendig sind, um durch Sprache Bilder erzeugen zu können.
Ära der Informationsflut
Mit Ben Peeks Auftakt zu „Die Ära der Götter“ liegt mir zum ersten Mal bewusst ein Buch eines australischen Autors auf dem Gemüt. Interessant liest sich der Buchrücken über tote Götter, Kriege und allem anderen, was in einem Fantasyroman nicht fehlen darf. Leider trifft es nicht ganz, was man sich erhofft.
Hier Dings, Buchclub: zwitschernde Bücher in 140 Zeichen
Buchstaplerin Maikes Liebe zu Büchern ist in der Bücherstadt mittlerweile hinreichend bekannt. Jetzt ist sie sogar noch weiter gegangen und hat ihr stilles, mit Büchern vollgestopftes Kämmerlein verlassen und einen eigenen Buchclub gegründet.
Revolution aus Gruppenzwang
Nicht Che Guevara prangt über dem in goldgelben Lettern geschriebenen Titel „Revolution“ – es ist das Buch von Russell Brand. Bekannt, berüchtigt und begnadigt durch Film und Fernsehen. Allein dieser ironische Akt der Coverwahl lässt einen ins Grübeln kommen.
Abgestaubt
Ein Gedicht muss nicht lang sein, es muss sich auch nicht reimen. Überhaupt muss es gar nichts. Dass Lyrik in ihrer Darstellungsweise sehr frei und locker sein kann, zeigen uns viele Lyriker der Gegenwart. So auch Klaus Merz in seinem Gedichtband „Aus dem Staub“.
Marktstrategie?
Der bekannte Wissenschaftspsychologe Jack Nasher versucht mit seinem neuen Buch „Entlarvt“ an alte Erfolge anzuknüpfen. Auf 200 Seiten schildert er, wie man angeblich an die ganze Wahrheit herankommt, und versucht einem die nötigen Hilfsmittel dafür zur Seite zu stellen.
